Russische Restaurants in Deutschland
Pelmeni, Borschtsch und Blini. 52 Lokale in 27 Städten, mit Öffnungszeiten, Karte und Route.
- 52 Lokale
- 27 Städte
- 12–22 € Hauptgericht
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Russische Restaurants nach Stadt
Was diese Küche ausmacht
Die russische Küche ist geprägt von langen Wintern, weiten Landschaften und einer ausgeprägten Kultur des Haltbarmachens. Sauerkraut, Salzgurken, Pilze und Rote Bete bilden die Grundlage vieler Gerichte, ebenso Buchweizen, Roggenbrot und die dicke saure Sahne, Smetana genannt. Im 19. Jahrhundert brachten französische Köche am Zarenhof neue Ideen mit, die sich etwa im Bœuf Stroganoff wiederfinden; hinzu kommen Einflüsse aus den Nachbarregionen von der Ukraine bis Zentralasien. Gewürzt wird eher mild und kräuterbetont mit Dill, Petersilie und Lorbeer. Die Küche ist herzhaft und sättigend, mit großer Liebe zu Teigwaren wie Pelmeni, Wareniki und Piroschki.
In Deutschland werden russische und osteuropäische Restaurants häufig von Spätaussiedlern sowie von Familien aus der Ukraine, Belarus, Kasachstan oder dem Baltikum geführt. Entsprechend vielfältig ist die Karte: Neben russischen Klassikern stehen ukrainischer Borschtsch, usbekischer Plow oder Schaschlik nach kaukasischer Art. Viele Häuser sind auf Feiern ausgelegt – Geburtstage, Hochzeiten und Jubiläen mit langen Tafeln, Livemusik und reichlich Sakuski. Unter der Woche geht es deutlich ruhiger zu, und vielerorts gibt es mittags ein preiswertes Menü mit Suppe und Hauptgang, das sich gut für einen ersten Besuch eignet.
Woran erkennt man Qualität? Zunächst an den Teigtaschen: Pelmeni und Wareniki sollten handgemacht sein, mit dünnem Teig und saftiger Füllung, nicht aus dem Tiefkühlbeutel. Der Borschtsch braucht eine kräftige Brühe und eine stimmige Balance zwischen süßlicher Roter Bete und frischer Säure. Blini werden idealerweise frisch ausgebacken und sind luftig statt gummiartig. Auch die Sakuski verraten viel: Selbst eingelegte Gurken, marinierte Pilze und ein sorgfältig geschichteter Hering im Pelzmantel zeigen, dass die Küche sich Zeit nimmt. Schließlich sollte die Smetana dick und sämig sein, denn sie begleitet fast jedes Gericht.
So bestellt man richtig
Ein klassisches Essen beginnt mit Sakuski – kalten Häppchen wie Salzgurken, Hering, Oliviersalat und eingelegten Pilzen, die gemeinsam gegessen werden, traditionell zu einem Gläschen eiskaltem Wodka. Danach folgt eine Suppe, etwa Borschtsch oder Soljanka, und erst dann der Hauptgang, zum Beispiel Pelmeni, Schaschlik oder Bœuf Stroganoff. Die Portionen sind meist großzügig, sodass zwei Gänge oft genügen. Smetana und dunkles Roggenbrot werden in der Regel dazugereicht oder lassen sich nachbestellen. Zum Abschluss passen Syrniki oder ein Stück Honigtorte mit schwarzem Tee.
| Preisniveau | €€ |
|---|---|
| Hauptgericht | 12 bis 22 € |
| Vegetarische Auswahl | ●●●●● |
| Stärkste Zeit | abends, besonders am Wochenende |
| Lokale im Verzeichnis | 52 |
Typische Gerichte und was sie kosten
Die Preisspannen zeigen, was diese Gerichte in deutschen Restaurants üblicherweise kosten.
Eine Auswahl aus dem Verzeichnis
Tipps für die Auswahl
- Fragen Sie, ob Pelmeni und Wareniki im Haus gefaltet werden; handgemachte Teigtaschen haben einen dünneren, zarteren Teig.
- Ein preiswertes Mittagsmenü mit Suppe und Hauptgang ist ideal, um die Küche ohne großen Aufwand kennenzulernen.
- Wer abends Ruhe sucht, sollte vorher anrufen, denn viele Häuser richten am Wochenende Feiern mit Livemusik aus.
- Selbst eingelegte Salzgurken und marinierte Pilze auf der Sakuski-Platte sind ein verlässliches Zeichen für eine sorgfältige Küche.
- Hausgemachter Mors oder Kompott auf der Getränkekarte zeigt, dass auch abseits der Teller Wert auf Eigenproduktion gelegt wird.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Pelmeni und Wareniki?
Pelmeni sind kleine, runde Teigtaschen mit roher Fleischfüllung aus Rind, Schwein oder Lamm, die in Brühe oder Salzwasser gekocht werden. Sie stammen ursprünglich aus Sibirien und dem Ural. Wareniki sind größer, halbmondförmig und vor allem in der Ukraine verbreitet, gefüllt mit Kartoffeln, Quark, Sauerkraut oder Kirschen. Beide serviert man klassisch mit Smetana und gebratenen Zwiebeln.
Ist Borschtsch russisch oder ukrainisch?
Borschtsch hat seine Wurzeln im Gebiet der heutigen Ukraine und wird dort seit Jahrhunderten gekocht; die ukrainische Borschtsch-Kultur steht seit 2022 auf der UNESCO-Liste des dringend erhaltungsbedürftigen Kulturerbes. Gleichzeitig ist die Suppe im gesamten osteuropäischen Raum verbreitet, mit vielen regionalen Varianten. Auf deutschen Speisekarten findet man deshalb sowohl ukrainischen als auch russischen Borschtsch.
Was sind Sakuski?
Sakuski sind kalte und warme Häppchen, die zu Beginn eines Essens auf den Tisch kommen, vergleichbar mit Tapas oder Meze. Typisch sind Salzgurken, marinierte Pilze, Hering mit Zwiebeln, Salo, Kaviar auf Blini, Oliviersalat und Hering im Pelzmantel. Traditionell isst man sie zum Wodka, damit der Alkohol nicht auf leeren Magen trifft. Für Gruppen sind gemischte Sakuski-Platten eine gute Wahl.
Gibt es in russischen Restaurants vegetarische Gerichte?
Ja, wenn auch nicht in großer Zahl. Wareniki mit Kartoffeln, Blini mit Smetana, Bratkartoffeln mit Pilzen, Buchweizen mit Zwiebeln, Syrniki und mehrere Salate kommen ohne Fleisch aus. Borschtsch wird manchmal vegetarisch angeboten, ist klassisch aber mit Rinderbrühe gekocht. Für Veganer bleibt die Auswahl klein, da Smetana, Butter und Eier in vielen Rezepten eine zentrale Rolle spielen.
Muss man in russischen Restaurants reservieren?
Unter der Woche meist nicht, am Freitag- und Samstagabend dagegen schon. Viele Häuser vermieten dann Räume oder ganze Säle für Geburtstage und Hochzeiten, sodass für spontane Gäste nur wenige Tische übrig bleiben. Ein kurzer Anruf klärt außerdem, ob an diesem Abend Livemusik spielt – je nach Wunsch ein Vorteil oder ein Grund, lieber einen anderen Tag zu wählen.






