Ungarische Restaurants in Deutschland

Gulasch, Paprika und Lángos. 8 Lokale in 7 Städten, mit Öffnungszeiten, Karte und Route.

  • 8 Lokale
  • 7 Städte
  • 13–24 € Hauptgericht
Gulasch
Foto: Lily15, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
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Ungarische Restaurants nach Stadt

Was diese Küche ausmacht

Kaum eine Küche ist so eng mit einem einzigen Gewürz verbunden wie die ungarische. Paprikapulver, edelsüß oder scharf, verleiht Suppen, Eintöpfen und Saucen ihre tiefrote Farbe und ihren runden, leicht rauchigen Geschmack. Die Grundlage bilden Schweineschmalz, Zwiebeln und saure Sahne, ergänzt durch Kümmel, Majoran und Knoblauch. Viele Gerichte wurzeln in der Hirtenkultur der Puszta, wo im Kessel über offenem Feuer gekocht wurde; daher stammt auch der Name Gulyás, der ursprünglich den Rinderhirten bezeichnete. Später brachten die Habsburgerzeit und die bürgerliche Küche Budapests verfeinerte Torten, Palatschinken und Gänsegerichte hinzu, die bis heute zum festen Repertoire gehören.

Ungarische Restaurants sind in Deutschland nicht allzu zahlreich, finden sich aber in vielen Großstädten und besonders in Süddeutschland. Häufig sind es Csárdas, also rustikale Gaststuben mit bestickten Tischdecken, Holzbänken und gelegentlich Live-Musik am Wochenende. Das Publikum ist gemischt: ungarische Familien, Gäste, die im Urlaub am Balaton auf den Geschmack gekommen sind, und Liebhaber deftiger Hausmannskost. Die Portionen sind groß, die Preise moderat, und viele Häuser bieten neben ungarischen Gerichten auch Klassiker aus der österreichischen und deutschen Küche an. Der Weinkeller umfasst oft Tokajer und kräftige Rotweine aus Eger oder Villány.

Ein gutes ungarisches Restaurant erkennt man zuerst an der Gulaschsuppe. Sie sollte eine klare, kräftig rote Brühe mit zarten Rindfleischwürfeln, Kartoffeln und Karotten haben und nicht mit Mehl angedickt sein. Ein zweiter Prüfstein ist das Pörkölt: Hier schmort das Fleisch in seinem eigenen Saft mit viel Zwiebeln und Paprika, bis eine dicke, glänzende Sauce entsteht, die ohne Sahne auskommt. Hausgemachte Nokedli, also kleine Eiernockerl, und frisch ausgebackene Lángos sind weitere Hinweise auf Sorgfalt. Achten Sie auch auf die Paprika: Wird ungarisches Pulver aus Szeged oder Kalocsa verwendet, schmeckt man den Unterschied deutlich.

So bestellt man richtig

Ein ungarisches Essen beginnt meist mit einer Suppe, die oft so gehaltvoll ist, dass sie mittags als Hauptgericht reicht. Abends folgt ein Schmorgericht oder ein Teller vom Grill, wobei Gruppen gern eine Fatányéros-Holzplatte zum Teilen bestellen. Saure Sahne steht auf vielen Tischen und wird großzügig über Krautwickel oder Paprikahuhn gegeben. Zum Ausklang empfiehlt sich ein Pálinka als Verdauungshilfe, bevor man zu Somlói Galuska oder Palatschinken übergeht. Wer es scharf mag, fragt nach frischen Peperoni oder einer Schale Erős Pista.

Preisniveau€€
Hauptgericht13 bis 24 €
Vegetarische Auswahl●●●●●
Stärkste Zeitabends, besonders am Wochenende
Lokale im Verzeichnis8

Typische Gerichte und was sie kosten

Die Preisspannen zeigen, was diese Gerichte in deutschen Restaurants üblicherweise kosten.

Eine Auswahl aus dem Verzeichnis

Tipps für die Auswahl

  • Probieren Sie zuerst die Gulaschsuppe, eine klare, rote und unverdickte Brühe zeigt, dass die Küche traditionell arbeitet.
  • Eine Weinkarte mit Tokajer, Erlauer Stierblut und Weinen aus Villány spricht für ein Haus mit echten ungarischen Wurzeln.
  • Hausgemachte Nokedli sind unregelmäßig geformt und weich, gleichförmige Spätzle aus der Packung schmecken deutlich anders.
  • Fragen Sie nach Mangalica-Schwein, die Wollschweinrasse ist eine ungarische Spezialität und wird von engagierten Küchen gern verwendet.
  • Am Wochenende gibt es in vielen Csárdas Live-Musik, wer lieber in Ruhe essen möchte, reserviert besser unter der Woche.

Häufige Fragen

Ist Gulasch in Ungarn eine Suppe?

Ja. Das ungarische Gulyás ist eine kräftige Suppe aus Rindfleisch, Kartoffeln, Karotten und Paprika, die im Kessel gekocht wird. Das, was man in Deutschland als Gulasch kennt, also ein dickes Schmorgericht, heißt in Ungarn Pörkölt. Wird es mit saurer Sahne verfeinert, spricht man von Paprikás, etwa beim bekannten Paprikahuhn.

Wie scharf ist die ungarische Küche?

Die meisten Gerichte sind würzig, aber nicht scharf, da überwiegend edelsüßes Paprikapulver verwendet wird. Die Schärfe kommt bei Bedarf über scharfe Paprikapaste, frische Peperoni oder scharfes Pulver hinzu. Ausnahmen sind die Fischsuppe Halászlé und manche Wurstspezialitäten, die schon von Haus aus kräftig scharf gewürzt werden. Fragen Sie im Zweifel nach.

Was ist Lángos?

Lángos ist ein in Öl ausgebackener Hefeteigfladen, der außen knusprig und innen weich ist. Klassisch wird er mit Knoblauchöl bestrichen und mit saurer Sahne und geriebenem Käse belegt. Er ist ein beliebter Straßensnack, den man von Märkten und vom Plattensee kennt. In Restaurants dient er oft als Vorspeise oder kleines Gericht.

Gibt es vegetarische ungarische Gerichte?

Die Auswahl ist überschaubar, aber vorhanden. Lecsó aus Paprika, Tomaten und Zwiebeln, Pilzpaprikasch, Lángos, Túrós Csusza ohne Speck oder verschiedene Gemüseeintöpfe namens Főzelék kommen ohne Fleisch aus. Vorsicht ist bei Schmalz geboten, das traditionell als Bratfett dient. Viele Küchen bereiten auf Nachfrage gern mit Öl statt Schmalz zu.

Was ist Pálinka?

Pálinka ist ein ungarischer Obstbrand, der ausschließlich aus Früchten ohne Zusatz von Zucker oder Aromen hergestellt wird. Die geschützte Bezeichnung darf nur für Brände aus Ungarn und einigen österreichischen Regionen verwendet werden. Beliebte Sorten sind Aprikose, Pflaume, Williamsbirne und Sauerkirsche. Er wird gern vor oder nach dem Essen getrunken.

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