Polnische Restaurants in Deutschland

Pierogi, Żurek und Bigos. 32 Lokale in 22 Städten, mit Öffnungszeiten, Karte und Route.

  • 32 Lokale
  • 22 Städte
  • 11–21 € Hauptgericht
Piroggen
Foto: Aw58, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
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Polnische Restaurants nach Stadt

Was diese Küche ausmacht

Die polnische Küche verbindet bäuerliche Bodenständigkeit mit der Tafelkultur des alten Adels. Grundlage sind Kartoffeln, Kohl, Rote Bete, Roggen und Pilze aus den ausgedehnten Wäldern, dazu Schweinefleisch, Wurst und Süßwasserfisch. Säure spielt eine zentrale Rolle: Sauerkraut, Salzgurken und der fermentierte Roggensauerteig für die Suppe Żurek geben vielen Gerichten ihre charakteristische Frische. Gewürzt wird mit Majoran, Dill, Kümmel, Wacholder und Piment. Über Jahrhunderte flossen jüdische, litauische, ukrainische, deutsche und französische Einflüsse ein, die man in Gerichten wie Bigos, Pierogi oder Rinderrouladen bis heute schmeckt.

Menschen mit polnischen Wurzeln bilden eine der größten Einwanderergruppen in Deutschland, und doch sind polnische Restaurants seltener, als man vermuten würde. Viele kennen die Küche eher aus Feinkostläden oder von Familienfesten bei Freunden. Umso mehr lohnt sich der Besuch eines guten Lokals: Hier gibt es Pierogi in vielen Variationen, kräftige Suppen und Fleischgerichte zu fairen Preisen, häufig in gemütlich-ländlicher Einrichtung mit Holztischen und bestickten Tischdecken. Besonders in Berlin, im Ruhrgebiet und in Grenznähe hat sich eine lebendige Szene entwickelt, die vom einfachen Mittagstisch bis zum modern gestalteten Bistro reicht.

Ein gutes polnisches Restaurant verrät sich an den Pierogi: Der Teig sollte weich und dünn sein, die Ränder sorgfältig angedrückt und die Füllung kräftig abgeschmeckt. Żurek braucht einen selbst angesetzten Sauerteig, damit er seine angenehm säuerliche Tiefe bekommt. Bigos wird traditionell über mehrere Tage immer wieder erhitzt und gewinnt dabei an Geschmack – ein schnell zusammengerührter Eintopf schmeckt dagegen flach. Achten Sie auch auf die Qualität von Wurst und Speck, die idealerweise von einer polnischen Metzgerei stammen. Hausgemachte Kompotte und eine kleine Auswahl an Nalewki, aromatisierten Fruchtlikören, runden das Bild ab.

So bestellt man richtig

In Polen beginnt eine richtige Mahlzeit fast immer mit Suppe. Bestellen Sie also zuerst Żurek, Rosół oder Barszcz, bevor der Hauptgang folgt. Pierogi lassen sich gut gemischt ordern, etwa Ruskie mit Kartoffel und Quark, mit Fleisch sowie mit Sauerkraut und Pilzen, damit jeder am Tisch probieren kann. Hauptgerichte wie Kotlet schabowy oder Gołąbki kommen meist mit Kartoffeln und einer Surówka, einem frischen Rohkostsalat. Mittags bieten viele Häuser ein Tagesmenü aus Suppe und Hauptgericht an. Dazu passt ein polnisches Bier, zum Abschluss eine Nalewka oder Sernik mit Kaffee.

Preisniveau€€
Hauptgericht11 bis 21 €
Vegetarische Auswahl●●●●●
Stärkste Zeitabends, besonders am Wochenende
Lokale im Verzeichnis32

Typische Gerichte und was sie kosten

Die Preisspannen zeigen, was diese Gerichte in deutschen Restaurants üblicherweise kosten.

Eine Auswahl aus dem Verzeichnis

Tipps für die Auswahl

  • Bestellen Sie gemischte Pierogi; an Teigdicke und Füllung erkennen Sie sofort, ob hier wirklich von Hand gearbeitet wird.
  • Ein günstiger Mittagstisch mit Suppe und Hauptgang ist in polnischen Lokalen verbreitet und eine gute Gelegenheit zum Kennenlernen.
  • Fragen Sie, ob der Żurek mit selbst angesetztem Sauerteig gekocht wird; das macht geschmacklich einen deutlichen Unterschied.
  • Wurst, Speck und Schmalz von einer polnischen Metzgerei sprechen für ein Haus, das konsequent auf authentische Zutaten achtet.
  • In der Advents- und Osterzeit bieten viele Restaurants saisonale Festtagsgerichte an, die sonst nicht auf der Karte stehen.

Häufige Fragen

Was sind Pierogi Ruskie?

Pierogi Ruskie sind die bekannteste Sorte polnischer Teigtaschen. Gefüllt werden sie mit Kartoffeln, weißem Quark und gebratenen Zwiebeln, gewürzt mit reichlich Pfeffer. Der Name bezieht sich auf die historische Region Rotruthenien im heutigen polnisch-ukrainischen Grenzgebiet, nicht auf Russland. Serviert werden sie gekocht oder angebraten, mit Röstzwiebeln, Speckwürfeln oder einem Klecks saurer Sahne.

Was ist Żurek?

Żurek ist eine säuerliche Suppe auf Basis von fermentiertem Roggenmehl, dem sogenannten Zakwas. Sie wird mit weißer Wurst, Speck, Kartoffeln und hartgekochtem Ei zubereitet und mit Majoran und Knoblauch gewürzt. Zu Ostern gehört Żurek in vielen polnischen Familien fest dazu. Restaurants servieren ihn gelegentlich in einem ausgehöhlten Brotlaib, was ihn zu einer vollwertigen Mahlzeit macht.

Ist polnisches Essen sehr deftig?

Viele Klassiker sind tatsächlich gehaltvoll, etwa Bigos, Schnitzel oder Schweinshaxe. Die Küche hat aber auch leichtere Seiten: die klare Brühe Rosół, Barszcz aus Roter Bete, frische Surówki aus Kohl oder Möhren und Gurkensalat mit Dill sind gut bekömmlich. Wer leichter essen möchte, kombiniert eine Suppe mit einer Portion Pierogi und Salat und lässt die Speckbeigaben weg.

Was sind Nalewki?

Nalewki sind traditionelle polnische Liköre, für die Früchte, Kräuter oder Gewürze in hochprozentigem Alkohol angesetzt und oft mit Honig oder Zucker gesüßt werden. Beliebt sind Varianten mit Sauerkirschen, Quitte, Schlehe oder Holunder. Viele Familien und einige Restaurants stellen sie selbst her. Getrunken werden sie in kleinen Gläsern, gern als Digestif nach einem reichhaltigen Essen.

Gibt es vegetarische Gerichte in polnischen Restaurants?

Ja, nicht zuletzt dank der Tradition des fleischlosen Heiligabends. Pierogi Ruskie, Pierogi mit Sauerkraut und Pilzen, Placki ziemniaczane, Pilzsuppe und Krokiety mit Pilzfüllung kommen meist ohne Fleisch aus. Achten Sie aber darauf, ob Speckwürfel oder Fleischbrühe im Spiel sind, und bitten Sie bei Bedarf um Röstzwiebeln statt Speck – das ist in der Regel kein Problem.

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