Afrikanische Restaurants in Deutschland

Injera, Eintöpfe und Gegrilltes. 85 Lokale in 39 Städten, mit Öffnungszeiten, Karte und Route.

  • 85 Lokale
  • 39 Städte
  • 12–20 € Hauptgericht
Jollof-Reis
Foto: Noahalorwu, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
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Afrikanische Restaurants nach Stadt

Was diese Küche ausmacht

Afrika umfasst mehr als fünfzig Staaten, von einer einheitlichen afrikanischen Küche kann man also kaum sprechen. In Deutschland prägen vor allem zwei Richtungen das Bild: die Küchen Äthiopiens und Eritreas am Horn von Afrika sowie westafrikanische Küchen aus Ländern wie Ghana, Nigeria, Senegal oder Kamerun. Am Horn von Afrika dreht sich alles um Injera, ein großes, leicht säuerliches Fladenbrot aus Teff, auf dem Eintöpfe namens Wot oder Tsebhi angerichtet werden. Gewürzt wird mit Berbere, einer tiefroten Mischung aus Chili, Bockshornklee, Ingwer und Kardamom, und mit Niter Kibbeh, einer aromatisierten Butter. Westafrikanisch geprägte Häuser servieren dagegen Jollof-Reis, Erdnusseintöpfe, Kochbananen und Gegrilltes mit scharfen Saucen.

In vielen deutschen Großstädten sind äthiopische und eritreische Restaurants die bekannteste Form afrikanischer Gastronomie. Typisch ist das gemeinsame Essen von einer großen Platte, ohne Besteck, mit der rechten Hand und einem Stück Injera als Greifhilfe. Das wirkt anfangs ungewohnt, schafft aber schnell eine gelöste, gesellige Stimmung am Tisch. Westafrikanische Lokale sind häufig zugleich Treffpunkt der jeweiligen Community, mit Musik, Fußball im Fernsehen und Gerichten, die je nach Wochentag wechseln. Beide Richtungen eignen sich hervorragend für Gruppen, die neugierig sind und gern teilen.

Ein gutes afrikanisches Restaurant erkennt man an frischem Injera, das zumindest teilweise aus Teffmehl gebacken wird, schwammig-weich ist und viele kleine Poren zeigt. Die Eintöpfe sollten lange geschmort sein, mit einer tiefen, süßlichen Zwiebelbasis und ausgewogenen Gewürzen statt bloßer Schärfe. Fragen Sie ruhig, ob das Berbere selbst gemischt wird – viele Familienbetriebe sind zu Recht stolz darauf. In westafrikanischen Küchen zeigt sich Qualität am Jollof-Reis, der leicht rauchig schmecken und kräftig rot leuchten sollte, sowie an Kochbananen, die außen karamellisiert und innen weich sind.

So bestellt man richtig

Im äthiopischen oder eritreischen Restaurant bestellt man am besten eine Kombinationsplatte oder mehrere Gerichte für die Tischmitte. Alles wird auf einem großen Injera angerichtet, weitere gerollte Fladen liegen daneben. Man reißt ein Stück ab, greift damit Eintopf oder Gemüse und isst ausschließlich mit der rechten Hand. Ein schöner Brauch ist Gursha, bei dem man dem Gegenüber einen Bissen reicht. In westafrikanischen Lokalen wählt man meist ein Hauptgericht mit Beilage wie Jollof-Reis, Fufu oder Kochbananen. Zum Abschluss passt frisch gerösteter Kaffee, wenn möglich als Zeremonie.

Preisniveau€€
Hauptgericht12 bis 20 €
Vegetarische Auswahl●●●●●
Stärkste Zeitabends, besonders am Wochenende
Lokale im Verzeichnis85

Typische Gerichte und was sie kosten

Die Preisspannen zeigen, was diese Gerichte in deutschen Restaurants üblicherweise kosten.

Eine Auswahl aus dem Verzeichnis

Tipps für die Auswahl

  • Fragen Sie nach einer Kombinationsplatte für zwei, um mehrere Wots und Gemüsegerichte auf einmal kennenzulernen.
  • Frisches Injera ist weich, elastisch und leicht säuerlich; trockene, brüchige Fladen deuten auf längere Lagerung hin.
  • Viele äthiopische und eritreische Häuser bieten dank orthodoxer Fastentradition ausdrücklich vegane Platten an – ideal für gemischte Gruppen.
  • Wer empfindlich auf Schärfe reagiert, sollte Alicha-Gerichte wählen, die mit Kurkuma und Ingwer statt mit Berbere gewürzt werden.
  • Planen Sie für eine Kaffeezeremonie ausreichend Zeit ein; frisch geröstete Bohnen sind ein Zeichen echter Gastfreundschaft.

Häufige Fragen

Was ist Injera?

Injera ist ein großes, dünnes Fladenbrot aus Teff, einem glutenfreien Zwerghirse-Getreide aus dem äthiopischen Hochland. Der Teig fermentiert mehrere Tage, wodurch Injera leicht säuerlich schmeckt und seine schwammige Struktur bekommt. Es dient zugleich als Teller, Besteck und Beilage. In Deutschland wird Teff oft mit Weizen- oder Gerstenmehl gemischt – für Menschen mit Zöliakie ist Nachfragen daher wichtig.

Ist äthiopisches Essen sehr scharf?

Einige Gerichte sind deutlich scharf, vor allem alles, was mit Berbere oder der Chilipaste Awaze zubereitet wird, etwa Doro Wot oder Key Wot. Ebenso viele Speisen sind jedoch mild: Sie heißen Alicha und werden mit Kurkuma, Ingwer und Knoblauch gewürzt. Auch Gomen und Atakilt Wot sind gut verträglich. Sagen Sie bei der Bestellung einfach, wie viel Schärfe Sie vertragen.

Ist die afrikanische Küche gut für Veganer?

Die äthiopische und eritreische Küche zählt zu den veganfreundlichsten überhaupt. Wegen der zahlreichen Fastentage der orthodoxen Kirche, an denen keine tierischen Produkte gegessen werden, gibt es ein großes Repertoire an Linsen-, Kichererbsen- und Gemüsegerichten. Eine vegane Platte mit Misir Wot, Shiro, Gomen und Atakilt bekommt man fast überall. Auch westafrikanische Küchen bieten Bohnen- und Gemüsegerichte an.

Isst man in afrikanischen Restaurants wirklich ohne Besteck?

In äthiopischen und eritreischen Restaurants traditionell ja. Gegessen wird mit der rechten Hand, Injera dient zum Greifen der Speisen. Vor dem Essen wäscht man die Hände, mancherorts mit einer Kanne direkt am Tisch. Wer sich damit unwohl fühlt, bekommt selbstverständlich Besteck. In westafrikanischen Lokalen ist Besteck üblicher, Fufu wird aber auch dort gern mit der Hand gegessen.

Was ist eine äthiopische Kaffeezeremonie?

Äthiopien gilt als Ursprungsland des Kaffees, und seine Zubereitung ist dort ein Ritual. Grüne Bohnen werden in einer Pfanne geröstet, der Duft wird den Gästen zugefächelt, dann werden sie gemahlen und in einer Tonkanne namens Jebena aufgebrüht. Serviert wird in kleinen Tassen, oft begleitet von Weihrauch und Popcorn. Da das eine Weile dauert, sollte man die Zeremonie vielerorts vorab anmelden.

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