Balkan-Restaurants in Deutschland

Ćevapčići, Pljeskavica und Ajvar. 325 Lokale in 109 Städten, mit Öffnungszeiten, Karte und Route.

  • 325 Lokale
  • 109 Städte
  • 14–25 € Hauptgericht
Pljeskavica
Foto: Biso, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons
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Balkan-Restaurants nach Stadt

Was diese Küche ausmacht

Was in Deutschland als Balkanküche bekannt ist, stammt vor allem aus Serbien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina sowie Montenegro – Länder mit unterschiedlicher Geschichte, aber einer gemeinsamen Leidenschaft für den Grill. Jahrhunderte osmanischer und habsburgischer Herrschaft haben ihre Spuren hinterlassen: Von den Osmanen kamen Ćevapčići, Burek und gefülltes Gemüse, aus Mitteleuropa Schnitzel, Palatschinken und Strudeltraditionen. Die Adriaküste ergänzt das Ganze um gegrillten Fisch, Olivenöl und Mangold. Gewürzt wird mit Paprika, Knoblauch und Zwiebeln, und kaum eine Mahlzeit kommt ohne Ajvar, Kajmak und frisches Brot aus.

In Deutschland sind Balkanrestaurants seit den Anwerbejahren der 1960er- und 1970er-Jahre fest verankert. Viele nannten sich damals schlicht jugoslawisches Restaurant und prägten mit Grillteller, Djuveč-Reis und einem Obstbrand zum Abschied das Bild vom Essengehen einer ganzen Generation. Heute reicht das Spektrum vom traditionsreichen Familienbetrieb mit rustikaler Holzeinrichtung bis zur modernen Grillbar, die Pljeskavica im fluffigen Lepinja-Brot verkauft. Gemeinsam ist fast allen die Großzügigkeit bei den Portionen: Wer eine Grillplatte bestellt, sollte ordentlich Hunger mitbringen oder gleich ans Teilen denken.

Ein gutes Balkanrestaurant grillt über Holzkohle und bereitet das Hackfleisch selbst zu, meist aus einer Mischung von Rind und Lamm, regional auch mit Kalb oder Schwein. Ćevapčići sollten außen kräftig gebräunt, innen aber saftig sein. Achten Sie auf den Kajmak, einen cremigen, leicht säuerlichen Rahmaufstrich, der nicht durch Kräuterquark ersetzt werden sollte. Hausgemachter Ajvar aus gerösteter Paprika schmeckt rauchiger und weniger süß als die Glasware aus dem Supermarkt. Stehen neben dem Grill auch Schmorgerichte wie Sarma oder gefüllte Paprika auf der Karte, ist das ein Zeichen, dass in der Küche noch nach überlieferten Familienrezepten gekocht wird und nicht allein der Grill den Takt vorgibt.

So bestellt man richtig

Zum Auftakt bestellt man gern eine kalte Platte mit Ajvar, Kajmak, Schafskäse, Pršut und warmem Brot, die gemeinsam aus der Tischmitte gegessen wird. Danach wählen viele eine Grillplatte, die Ćevapčići, Ražnjići, Pljeskavica und manchmal Leber kombiniert – meist für zwei Personen gedacht und mit Djuveč-Reis, Pommes und Krautsalat. Wer Geschmortes mag, greift zu Sarma oder gefüllter Paprika. Die rohen Zwiebeln zum Grillfleisch gehören dazu und werden einfach mitgegessen. Zum Abschluss passen Palačinke mit Walnüssen, ein bosnischer Kaffee oder ein Glas Rakija.

Preisniveau€€
Hauptgericht14 bis 25 €
Vegetarische Auswahl●●●●●
Stärkste Zeitabends, besonders am Wochenende
Lokale im Verzeichnis325

Typische Gerichte und was sie kosten

Die Preisspannen zeigen, was diese Gerichte in deutschen Restaurants üblicherweise kosten.

Eine Auswahl aus dem Verzeichnis

Tipps für die Auswahl

  • Fragen Sie, ob Ćevapčići und Pljeskavica im Haus aus frischem Hackfleisch geformt werden; das schmeckt man an Biss und Saftigkeit.
  • Ein offener Holzkohlegrill, idealerweise vom Gastraum aus sichtbar, sorgt für das typische Raucharoma, das ein Gasgrill kaum erreicht.
  • Echter Kajmak ist cremig und leicht säuerlich; ein fester, kräuterlastiger Aufstrich deutet auf ein günstiges Ersatzprodukt hin.
  • Schmorgerichte wie Sarma, Grah oder Bosanski lonac auf der Tageskarte zeigen, dass die Küche über den Grill hinaus traditionell kocht.
  • Achten Sie in Bewertungen auf Hinweise zu Portionsgrößen, denn Grillplatten für zwei können in großzügigen Häusern auch drei Personen sättigen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Ćevapčići und Pljeskavica?

Beide bestehen aus gewürztem Hackfleisch, meist von Rind und Lamm, regional auch mit Schwein gemischt. Ćevapčići sind kleine, fingerdicke Röllchen, die zu fünft oder zu zehnt serviert werden. Pljeskavica ist ein großer, flacher Fleischfladen, der an einen dicken Burger erinnert und oft mit Käse oder Kajmak gefüllt wird. Beide kommen klassisch mit rohen Zwiebeln, Ajvar und Brot.

Was ist Kajmak?

Kajmak ist ein cremiger Milchrahm, der entsteht, wenn die Haut von gekochter Milch abgeschöpft und gesalzen gereift wird. Er schmeckt mild-säuerlich, etwas salzig und ist streichzart. Auf dem Balkan isst man ihn zu Brot, Grillfleisch und Gemüse. Gute Restaurants beziehen ihn frisch von Spezialhändlern; einfachere Betriebe ersetzen ihn mitunter durch Frischkäsemischungen.

Gibt es in Balkan-Restaurants vegetarische Gerichte?

Die Küche ist stark fleischorientiert, Vegetarier werden aber satt. Pohovani sir, also panierter Käse, Pita Zeljanica mit Spinat und Käse, Šopska-Salat, Djuveč-Reis und gefüllte Champignons bieten sich an. Für eine vegane Ernährung wird die Auswahl deutlich kleiner, da Käse und Rahm fast überall dazugehören. Bohneneintopf Grah wird teilweise ohne Fleisch gekocht – fragen Sie gezielt danach.

Reicht eine Grillplatte für zwei tatsächlich für zwei Personen?

In den meisten Balkan-Restaurants ja, und sie fällt eher großzügig aus. Eine typische Platte enthält mehrere Fleischsorten, dazu Djuveč-Reis, Pommes frites, Ajvar und Zwiebeln. Wer zusätzlich eine Vorspeise oder einen Salat bestellt, kommt mit einer Platte für zwei manchmal auch zu dritt aus. Im Zweifel hilft eine kurze Frage beim Personal, wie groß die Portionen im jeweiligen Haus sind.

Welche Getränke passen zur Balkanküche?

Zum Grillfleisch trinkt man gern kräftigen Rotwein wie Vranac aus Montenegro oder Plavac Mali aus Dalmatien, alternativ ein helles Lagerbier. Vor oder nach dem Essen ist Rakija verbreitet, ein Obstbrand aus Pflaumen, Aprikosen oder Quitten. Ohne Alkohol bieten sich Mineralwasser und hausgemachte Zitronenlimonade an. Den Abschluss bildet oft ein bosnischer Kaffee, der im Kupferkännchen gekocht wird.

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